Der Femern Link wird der längste Absenktunnel der Welt für Straße und Schiene und verbindet Dänemark und Deutschland unter dem Fehmarnbelt. Bei einem Projekt dieser Größenordnung dürfen Brandschutz, Notfallkommunikation und die Ortung der Mitarbeiter in Echtzeit keine Zusatzoptionen sein. Sie müssen vom ersten Tag an in die Baustelle hineinkonstruiert werden.
Ein europäisches Megaprojekt ohne Vergleich
Der Femern Link (Fehmarnbelttunnel) ist eines der größten Infrastrukturprogramme Europas und wird vom Konsortium Femern Link Contractors (FLC) ausgeführt. Der Absenktunnel besteht aus vorgefertigten Elementen und vereint eine vierspurige Autobahn, zwei elektrifizierte Eisenbahnröhren und einen eigenen Versorgungsgang auf rund 18 Kilometern unter dem Fehmarnbelt. Der Umfang geht weit über den Tunnel hinaus: Eine eigene Fertigungsstätte produziert die Tunnelelemente, während Zufahrtsrampen und Brücken die Arbeiten vervollständigen.
Genau diese Vielfalt macht den Schutz der Mitarbeiter so anspruchsvoll. Ein einziges Sicherheitssystem für den Tunnelbau muss gleichzeitig in drei sehr unterschiedlichen Umgebungen funktionieren: im Absenktunnel, in einem industriellen Fertigteilwerk und in Baubereichen unter freiem Himmel. Jede davon hat ihr eigenes Brandrisikoprofil, eigene Kommunikationsbedingungen und eine eigene Evakuierungslogik.
Warum die Sicherheit in beengten Räumen die Auslegung bestimmt
Der Bau eines Absenktunnels ist per Definition Arbeit in beengten Räumen. Der Alarm muss früh ausgelöst werden und jeden Mitarbeiter erreichen, und das Netz, das diese Informationen überträgt, muss auch dann weiterlaufen, wenn ein Teil der Infrastruktur beschädigt ist. Ein Brand oder ein Vorfall, der ein Kabel durchtrennt, darf weder den Alarm verstummen lassen noch der Aufsicht den Überblick nehmen, wer sich noch unter Tage befindet.
Das ist das Grundprinzip des WISE-Ansatzes für die Sicherheit in beengten Räumen: Resilienz zuerst. Das System ist so ausgelegt, dass es bei Schäden schrittweise an Leistung verliert, statt vollständig auszufallen. Kommunikation und Ortung der Mitarbeiter bleiben so auf der gesamten Baustelle auch nach teilweiser Zerstörung erhalten.
Die Antwort von WISE: Sicherheit und industrielle Vernetzung in einer Infrastruktur
NEOAXESS hat WISE Safety Centric eingesetzt, sein integriertes System, das drei Funktionen in einer einzigen Infrastruktur vereint: ein Brandmeldesystem für den Tunnel, ein System für die Notfallkommunikation und die Ortung der Mitarbeiter in Echtzeit. Statt getrennte Lieferanten und getrennte Netze übereinanderzuschichten, laufen auf dem Projekt alle drei Funktionen über ein einziges resilientes Backbone.
Mehr als 600 industrielle Netzwerkgeräte
Über den Personenschutz hinaus musste beim Femern-Projekt jedes Betriebsmittel der Baustelle vernetzt werden. NEOAXESS hat dafür die komplette Netzwerkinfrastruktur geliefert. Mehr als 600 industrielle Netzwerkgeräte wurden über die Baustelle verteilt installiert und bilden ein vollständig gesichertes, zentralisiertes System für den Datenaustausch. In der Praxis bedeutet das: Sicherheitsebene und Betriebsdatenebene nutzen dasselbe gehärtete, redundante Netz, was Kosten und Ausfallpunkte reduziert.
Ausgelegt für den Betrieb unter Belastung
Das Netz kombiniert feuerbeständige Glasfaserverbindungen mit einer unabhängigen, gesicherten Netzebene für die Alarmweiterleitung. Wird eine Glasfaserstrecke durchtrennt oder ein Gerät zerstört, leitet das System um, und der Brandalarm wird weiterhin ausgegeben. Für einen beengten, kilometerlangen Absenktunnel ist diese Resilienz keine Zusatzfunktion, sondern die Grundanforderung.
Das hier eingesetzte WISE-Sicherheitssystem vereint Brandmeldung, Notfallkommunikation und Personenortung in einem Netz.
Eckdaten
- Rund 18 km Absenktunnel: vierspurige Autobahn, zwei Eisenbahnröhren und ein Versorgungsgang
- Über 600 installierte industrielle Netzwerkgeräte
- Vollständig redundantes, zentralisiertes System für den Datenaustausch
- Abdeckung von Absenktunnel, Fertigungsstätte und Nebenanlagen
- Auftragnehmer: Femern Link Contractors (FLC)
- Standort: Fehmarnbelt, zwischen Rødby (Dänemark) und Puttgarden (Deutschland)
- Auftraggeber: Femern A/S



